Zweite Teilzeitklasse des Kompetenzzentrums für Gesundheitsberufe verabschiedet
In einer Feierstunde wurden die Absolventinnen und Absolventen der Abschlussklasse P 22/26 im Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe in Vilsbiburg verabschiedet. Diese Klasse ist die zweite, die erfolgreich die Pflegeausbildung in Teilzeit absolviert hat – vier Jahre lang hat die Ausbildung in Anspruch genommen. Genau wie die Vollzeitausbildung, die drei Jahre in Anspruch nimmt, weist die Teilzeitausbildung die gleichen Anforderungen in Theorie und Praxis auf.
„Die Ausbildung bietet insbesondere Frauen und Männern mit familiären Verpflichtungen eine wertvolle Möglichkeit, sich in der Pflege zu qualifizieren. In diesem Jahr dürfen wir insgesamt fünf Pflegefachfrauen und einen Pflegefachmann feiern, die während ihrer Ausbildung außerordentlich viel geleistet haben“, erklärte Schulleiterin Monika Wagner bei ihrer Ansprache.
Das Besondere an diesem Jahrgang war, dass alle Absolventen und Absolventinnen bereits zuvor einen anderen Beruf erlernt hatten, jedoch aus verschiedenen Gründen zur Pflege gefunden und sich anschließend in einer Teilzeitqualifizierung weitergebildet haben. „Diese Entscheidung zeigt den Willen zur Veränderung und zur Engagement für die Pflege“, so Wagner weiter.
Die bedeutende Rolle der Ausbildungsträger darf nicht ungenannt bleiben. Sie haben den innovativen Weg der Teilzeitausbildung mitgetragen und Kompromissbereitschaft gezeigt, indem sie flexible Arbeitszeiten ermöglichten und auf individuelle Besonderheiten der Teilnehmenden eingegangen sind.
Im Rahmen der Verabschiedung hielt der stellvertretende Landrat Fritz Wittmann ein Grußwort, in dem er die Absolventen für ihre herausragenden Leistungen lobte: „Die Tatsache, dass Sie diese Ausbildung in Teilzeit absolviert haben, ist eine unglaubliche Leistung. Diese Ausbildungsform ist ein Zeichen der modernen Zeit, in der mehr Flexibilität und Individualität in der beruflichen Ausbildung gefordert sind. Somit setzen Sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für zukünftige Generationen von Pflegekräften Maßstäbe. Ihre Klasse wird mitunter als wegweisend in die Geschichte dieser Schule eingehen – und das nicht nur, weil sie die erst zweite Abschlussklasse ist, sondern auch weil Sie als Vorbilder fungieren werden, die zeigen, dass sich Ausbildung und persönliche Lebensumstände erfolgreich miteinander verbinden lassen.“
Er fügte hinzu: „Wir leben in Zeiten, in denen der Pflegeberuf mehr denn je gefordert ist. Die Bedürfnisse der Menschen werden zunehmend komplexer, und die Ansprüche an Pflegekräfte steigen. Mit Ihrer Ausbildung sind Sie bestens gerüstet, diesen Herausforderungen zu begegnen. Sie bringen nicht nur das Fachwissen mit, sondern auch die menschlichen Fähigkeiten, die für diesen Beruf unerlässlich sind.“
In einer bewegenden Ansprache ließ die Christine Schäfer, die die beste Prüfung des Jahrgangs ablegte, die vergangen vier Jahre, ihre Herausforderungen, Chancen und wie sie die Schülerinnen und Schüler geprägt hat, Revue passieren: „Unsere Klasse – so bunt wie das Leben selbst. Mehrere Nationen, verschiedene Kulturen, unterschiedliche Geschichten. Wir haben voneinander gelernt: über Traditionen, über Perspektiven, über Werte. Wir haben gespürt: Vielfalt ist Stärke. Wenn wir zurückdenken – was wir in diesen vier Jahren alles gelernt haben! Und nicht zu vergessen: die Praxis. So viele verschiedene Welten, so viele Geschichten, die uns geprägt haben. Pflege ist kein Job. Pflege ist Haltung, Nähe, Menschlichkeit. Pflege ist Herz. Und genau mit diesem Herzen gehen wir weiter.“
Wie auch bereits in der ersten Teilzeitklasse waren die Prüfungsleistungen der Absolventen überdurchschnittlich gut: „Mit viel Engagement, Vertrauen und Rückhalt haben sie beste Ergebnisse erzielt und sind nun bereit für ihre neuen Herausforderungen im Beruf“, schloss Schulleiterin Wagner die Feierstunde ab.
Die Teilzeitausbildung hat sich über die Jahre hinweg weiterentwickelt und etabliert. So werden im April bereits 18 angehende Pflegefachmänner und -frauen ihre Ausbildung in Vilsbiburg beginnen.